17. 3. 2026

KI, Mensch und Macht

Die hybride Zukunft des Konflikts

Konflikte gestalten sich zunehmend vielschichtig und schwer durchschaubar: durch Technologien wie KI, autonome Systeme oder cybergestützte Angriffe wird die Kriegsführung grundlegend verändert. Gleichzeitig geraten gesellschaftliche Debatten, Informationen und Mobilitäten stärker in den Blick geopolitischer Konfliktdynamiken. Unter „hybride Kriegsführung“ werden heute unterschiedliche Phänomene zusammengefasst – von der Beeinflussung digitaler Öffentlichkeiten bis zu gezielten Störungen kritischer Infrastrukturen.

Der Abend widmet sich dieser Zwischenwelt der Konflikte: Wo verlaufen ethische und rechtliche Grenzen, wenn Algorithmen Entscheidungen beeinflussen, die Menschen betreffen? Welche Verantwortung tragen Staaten und Gesellschaften in Situationen, in denen militärische, digitale und politische Mittel ineinandergreifen? Und welche Antworten erweisen sich als wirksam: militärische Abschreckung, der Ausbau widerstandsfähiger Institutionen, transparente Governance, internationale Rüstungskontrolle oder Diplomatie?

Die Diskutant:innen

Oberst Dr. Johann Schmid

… ist Offizier der Bundeswehr und Staatswissenschaftler. Er ist Projektbeauftragter für den Themenkomplex Hybride Kriegführung am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) in Potsdam sowie Lehrbeauftragter an der Professur Militärgeschichte / Kulturgeschichte der Gewalt an der Universität Potsdam. In seiner wissenschaftlichen Arbeit konzentriert sich Dr. Schmid auf Theorie und Formenwandel von Krieg mit einem speziellen Fokus auf Clausewitz und Hybride Kriegführung. 2009 promovierte er an der Universität zu Köln zur Dialektik von Angriff und Verteidigung im Werk Carls von Clausewitz „Vom Kriege“.

Prof. Dr. Robert Frau

„Seit 2010 widme ich meine wissenschaftliche Arbeit schwerpunktmäßig dem Verhältnis von Völkerrecht und Gewalt. Im Zentrum steht für mich die Frage, inwieweit das Völkerrecht den Einsatz moderner Waffentechnologien zulässt und reglementiert. Besonders wichtig ist mir dabei, unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen. Deshalb pflege ich eine enge Zusammenarbeit mit humanitären Organisationen, staatlichen Institutionen und den Streitkräften.“

Nach seinem Jurastudium in Frankfurt (Oder) und Referendariat in Berlin ist er seit 2023 Professor für Öffentliches Recht an der TU Bergakademie Freiberg. Dort befasst er sich mit Fragestellungen des Rohstoffrechts.

Die Moderatorin

Prof. Susanne Günther

Die studierte Politik- und Kommunikationswissenschaftlerin beschäftigte sich während ihrer Ausbildung schwerpunktmäßig mit den Dynamiken außenpolitischer Entscheidungsprozesse. Sie hat an der Hochschule Mittweida die Professur für InternationaleKommunikation und Didaktik inne. Neben der Lehre in Grundlagenmodulen, arbeitet sie mit ihren Studierenden thematisch an der Schnittstelle zwischen Politik und Medien, unter anderem zur Rolle internationaler Organisationen im Konfliktmanagement, strategischer Rhetorik zwischen Staaten und Theorien internationaler Politik.

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